WP2 - Entwicklung eines RIV (Risk Information Value)

SUMMIT Workshops zu Risikoinformation und Risikokommunikation 
Gemeindeworkshop in Innervillgraten (T) am 05.03.2014

Ist die richtige Information im entscheidenden Moment vorhanden?


Um diese Frage zu klären, wurde im Rahmen von S.U.M.M.I.T. eine überregionale Workshop-Reihe veranstaltet.. Dafür wurden vorab die zahlrei­chen bestehenden (Risiko-) Informationsangebote gesammelt. Die Vielfältigkeit der Risiken sowie der involvierten Stellen, Organisationen und Akteure im Zivil- und Katastrophenschutz spiegelt sich dabei deutlich wieder.
Für die Untersuchung wurden insgesamt acht Pilotgemeinden ausgewählt: auf Tiroler Seite Lienz, Gries am Brenner, Axams und Innervillgraten, in Südtirol Bruneck, Franzensfeste, Sexten und Prettau.

In diesen Pilotgemeinden wurden die sogenannten Risiko-Workshops abgehalten. Dabei wurden Information und Kommunikation, sowie organisatorische und einsatztechnische Aspekte im Notfall innerhalb der Gemeinde analysiert und ausgewertet. Zudem wurde die überörtliche bzw. überregionale Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Anbietern alpiner Infrastruktur und Rettungsorganisationen in verschiedensten Risikoszenarien untersucht. Im Rahmen der S.U.M.M.I.T.-Gemeindeworkshops konnten alle relevanten Stellen und Organisationen an einem Tisch zusammenkommen, um gemeinsam Bewältigungsstrategien im Notfall zu erproben.

In den Workshops zeigte sich, dass durchaus Verbesserungsbedarf bei diesen Aspekten besteht. Gewünscht wurden vielfach einheitliche und strukturierte Richtlinien, Definitionen und Vorgehensweisen im Informations- und Kommunikationsprozess.

Aufbauend auf den Ergebnissen der Workshops, erarbeitete das S.U.M.M.I.T. Projektteam ein Tool, welches die Einsatzkräfte im Notfall unterstützen kann. Alle bedeutenden Aspekte für Entscheidungsträger wurden gesammelt, strukturiert und in einen Leitfaden übertragen.

Alle weiteren Infos, Hintergründe, Kriterien der Auswahlgemeinden und die Datenauswertung zu den Workshops sind in den Berichten der Partner P1 | Universität Innsbruck, P4 | Abteilung Zivil- und Katastrophenschutz Tirol und dem Subpartner alpS enthalten > siehe auch WP4.




SUMMIT Statistik der Alpinunfälle - 8.361 Einsätze unterteilt in 19 Kategorien


Über die gesamte Laufzeit des Projekts wurden alle Alpinunfälle, welche der Bergrettungsdienst im Alpenverein Südtirol bearbeitete, erfasst.

Dabei wurden 8.361 Einsätze analysiert, die in 19 Kategorien unterteilt wurden. Die Übersicht der Unfälle zeigt deutlich wo die Schwerpunkte liegen. Anders als die gesellschaftliche Wahrnehmung es nahelegt, ist der überwiegende Anteil der Unfälle nicht etwa den extremeren Sportarten, z.B.  dem Steileisklettern, zuzurechnen, sondern dem Wandern. Erklärend muss noch hinzugefügt werden, dass auch ein Großteil der Suchaktionen Wanderer betrifft, die sich aus den unterschiedlichsten Gründen verlaufen haben.

Die Ergebnisse daraus wurden laufend in das S.U.M.M.I.T.-Projekt eingebracht und permanent innerhalb des Bergrettungsdienstes kommuniziert. So konnten Schwerpunkte im Unfallgeschehen besser wahrgenommen werden und die Einsatztaktiken und –techniken innerhalb des Bergrettungsdienstes noch spezifischer verfeinert werden.

Anhand der Bergrettungseinsätze (nach Kategorien) wird deutlich wo der Schwerpunkt des Unfallgeschehens liegt und in welchen Bereichen Maßnahmen zu ergreifen sind. Angegeben sind die absoluten Werte und die zugehörigen Prozentangaben.
Sulla base degli interventi delle squadre di soccorso (in base alle categorie) è possibile comprendere l’origine degli incidenti e in quali settori è necessario prendere provvedimenti. Vengono indicati i valori assoluti e le relative percentuali.
Weitere Informationen finden sich im Detailbericht des Partners P2 | Bergrettungsdienst im AVS.

Die neue Unfalldatenbank

Diese statistischen Daten fließen auch in die neue Landesunfalldatenbank ein, welche im  Rahmen von S.U.M.M.I.T. erstellt wurde. Eine Analyse ergab, dass die verfügbaren Datensätze zu Anzahl und Art der Alpinunfälle nur zersplittert vorlagen und keine gesamtheitliche Aussage zuließen. Das Ziel war deshalb, eine Datenbank auf Landesebene zu erstellen, die einen Vergleich der verschiedenen Freizeitaktivitäten im alpinen freien Gelände in Bezug auf das Verletzungs- bzw. Todesrisiko ermöglicht..

Die Datenbank enthält  nun alle Unfalldaten, die von den Südtiroler Bergrettungsdiensten und anderen Organisationen seit Bestehen digitaler Aufzeichnungen erfasst wurden. Die verschiedenen Unfallklassen und -kategorien wurden an jene der bereits bestehenden Tiroler Datenbank abgestimmt, um auch  überregionale Auswertungen zu ermöglichen.

Jedes einzelne Unfallereignis ist dabei mit folgenden Angaben versehen:

  • Datum und Uhrzeit
  • Sportart bzw. Aktivität
  • Verletzte und Tote mit Geschlechtsangabe, Alter und Nationalität

Die Auswertung dieser Daten verspricht für die Zukunft ein verbessertes Risikomanagement, beispielsweise die Möglichkeit gezielter Sicherheitskampagnen.